NLP Geschichte

Mitte der siebziger Jahre kommt ein Duo mit einer neuen Marke auf den Therapie-Markt, dem Neuro-Linguistischen-Programmieren (NLP). Ein neuer Ansatz der die Sicht auf den Menschen, sein Verhalten und Erleben revolutioniert. 

Richard Bandler und John Grinder modellierten die fähigsten Therapeuten der damaligen Zeit. Dieses Verfahren ist die Methode eine Person zu beobachten und zu beschreiben was genau sie wie gerade tut. Zunächst äußerlich um dann den inneren Prozess zu ergänzen. Im Anschluss daran wird eine Beschreibung angefertigt, die wiederum eine andere Person befähigt das gleiche zu tun. Arbeiten und Lernen nach Modell – suchen Sie sich bitte für eigene Zwecke ein erfolgreiches Modell.

Wie das klingt? Wie die Erstellung eines Rezeptes. Was macht der Koch, in welcher Reihenfolge, mit welchen Zutaten, und wie fügt er das Mehr-Gänge-Menü dann zusammen? Und wer freut sich nicht über ein gutes Rezept?

Und genau das taten die beiden dann auch. Sie suchten Menschen die ungewöhnlich erfolgreich waren. Die Fähigsten der Fähigen wurden ausgewählt, um Modell zu sein.

Dazu zählten Fritz Perls, Virgina Satir und Milton H. Erickson. Mit der Frage im Koffer „wie genau machen sie ihren Job?“ und „was machen sie anders?“ um so erfolgreich sein zu können? machten sie sich an die Analyse. Einzig das wie und was war von Relevanz. Der alt bekannte therapeutische Ansatz, die Frage nach dem warum blieb und bleibt bis heute völlig unbetrachtet.

                        „the best of the past – it’s over“
 

Das Ergebnis der Analysen wurde in "Rezepte" gepackt. Die Rezepte die entwickelt wurden, sollten für alle kommunikativen Prozesse eingesetzt werden können. Der therapeutische Rahmen wurde schon damals verlassen, der Schwerpunkt liegt schlicht in der Veränderungsarbeit – und das geht für jeden und überall.

Essen können wir weltweit und mit unterschiedlichsten Zutaten, kommunizieren auch.

Richard Bandler (1950)

„Mein Modell ist ein Lernmodell. Wenn wir jemanden gefunden haben, der ein Problem bewältigt hat, dann können wir anderen helfen, ihre Probleme zu bewältigen“. (Multimind 5/2005, Interview Bandler/Ronald Amsler)

John Grinder (1939)

Als Linguist begann er mit dem Modellieren von Richards Fähigkeiten. In zahlreichen Übungsgruppen und Seminaren sammelten die beiden nun ihre Erfahrungen. Das Ergebnis bündelten sie und nannten es „Neuro-Linguistisches-Programmieren“.

Bis heute erfährt das Neuro-Linguistische Programmieren neue Entwicklungen. Alte Hüte werden gegen schnellere und effizientere Methoden ausgetauscht. Menschen lernen schnell, wenn das Seminar zu lange dauert, läge das am Trainer nicht am Teilnehmer. Dies ist die Sicht von Richard Bandler bis heute. Neueste Neurologische Erkenntnisse bestätigen die schon damalige Theorie vom immer möglichen Lern- und Veränderungsprozess, von neuen Verknüpfungen zu denen das Gehirn fähig ist.

Die These von „was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ passt nur noch zur Vergangenheit.

Vordenker

Als Vordenker werden hier die wesentlichen Säulen des NLPs vorgestellt. Natürlich haben noch eine Menge mehr an Einflüssen das NLP geprägt und tun das bis heute.

 

Gregory Bateson (1904, England)

Ein ungewöhnlicher Geist in seinem Denken und unabhängig in seinem Handeln – das zeichnet ihn aus. Er verband schon damals alle Gebiete miteinander und legte Grundsteine für die systemische Betrachtung. Als Antrophologe war er am Menschen im gesamten interessiert. Besonders in seiner Art war seine bereichsübergreifende breite Fachkenntnis. Außerhalb der Fachwelt ist das Double-Bind Konzept vielleicht das, welches ihm am ehesten zugeordnet wird.

John Grinder war bei ihm als Assistenzprofessor tätig.

 

Fritz Perls (1893, Berlin)

Mitbegründer der Gestalttherapie in den frühen 50 ziger Jahren. Gestalttherapie legt den Fokus auf das Hier und Jetzt und die sinnliche Wahrnehmung. Ein Bedürfnis wird erkannt und natürlich in den Prozess als Gestalt eingebracht (gesund). Wird der Prozess gestört, ist die Gestaltbildung unvollständig und sucht nach Vollständigkeit (pathologisch). Als Gestalt kann sowohl ein Zustand der sich in einer Bewegung, einer körperliche Reaktion oder ein anderer beliebiger Ausdruck gesehen werden.

 

Virginia Satir (1916, Wisconsin/USA)

Die Vorreiterin der systemischen Familientherapie. Sie lud erstmalig komplette Familien zu Therapiesitzungen ein. Damals revolutionär erkannte sie die systemischen Zusammenhänge und Wirkungen von Familienkommunikation. Sie war eine Meisterin im Rapport, geleitet vom Wachstumsmodell. Jeder könne zu jeder Zeit neue Erfahrungen machen und so Neues lernen und bei Bedarf sein Leben ändern. Sie und Milton H. Erickson gaben die Wesentlichen Grundlagen für die NLP Vorannahmen. 

 

Milton H. Erickson (1901, Nevada/USA)

Er ist der Begründer der modernen Hypnotherapie. Seine Arbeit basiert auf der Annahme, dass „jeder alle Ressourcen in sich trägt“. Er war der Meister darin nichts zu sagen und zu warten – natürlich selber in Trance – bis seinem Klienten die Lösung selber aufging. Konträr zur Fachwelt ging er davon aus, daß das Unbewusste die gute treibende Kraft eines jeden Menschen ist. Wer das Unbewusste beherrsche, beherrsche sich selbst. Er manipulierte für sein Leben gern und gab das auch offen zu.

Bandler und Grinder benannten ein Sprachmodell nach ihm, das „Milton Modell“. 

"Nutzen was schon da ist und verteilen was gut ist"

Dank an den Autor Wolfgang Walker der „Abenteuer Kommunikation“

geschrieben hat und mir reichlich viel Arbeit erspart hat.

 

Weitergehende Literatur finden Sie unter unseren Buchtipps .